Mordslust im Haus Abendfrieden RP 06.03.2017

Foto: Armin Fischer

Die Rheinberger Laienspielgruppe Ratzeputz begeistert im Haus der Generationen mit einem urkomischen Krimi.

Zum wiederholten Mal gab es im Haus der Generationen nach dem Kaffeeplausch im Caf? B?hnchen einen Theaternachmittag. Und schon der Titel des St?cks „Mordslust im Haus Abendrot“ gab einen Vorgeschmack auf einen ebenso turbulenten wie spannenden Nachmittag. Die Laienspielgruppe Ratzeputz, die mittlerweile ihr 20. B?hnenjahr feiert, ?berzeugte durch Spielfreude, als sie das Publikum in die Geschehnisse von Haus Abendfrieden einweihte.

Ein scheinbares Idyll, wenn die pensionierte Gymnasiallehrerin Frau Edelmann (Anja Wienhold), Frau Sommerklein (Elke Abraham), Frau von Adelsberg (Marlene Vo?) und die alternde Schauspielerin D?rthe Deuringer (Susanne Steup) miteinander plaudern. Jede Darstellerin geht in ihrer Rolle auf und l?sst typgerecht deren alte, glanzvolle Zeiten auferstehen.

Zum Beispiel die mittellose Frau von Adelsberg, der ?ber die Jahrhunderte nur noch der Klang ihres adeligen Namens geblieben ist. Oder D?rthe Deuringer, die sich nach Filmlegende Doris Day kurz DD nennt. Die alternde Schauspielerin mit Rollator verteilt im Publikum Autogrammkarten aus l?ngst vergangenen Zeiten. Mittendrin der ewig charmante aber erfolglose Schriftsteller Herr Klingeisen (Wolfgang Sch?fer) und der pensionierte Chemiker Dr. Pfefferkorn (J?rgen Ingenhaag), der mit immer neuen Substanzen aus seinem Labor die Bewohner begl?ckt. D?rthe Deuringer klagt ?ber Schmerzen in der H?fte, Frau von Adelsberg ?ber zu viele Falten.

An Fahrt nimmt das Geschehen auf, als sich die reiche Patsy Eisenhut (Heike Culemann) aus Amerika im Haus Abendfrieden einmieten will. Heimleiterin Herta Struck (Christiane Nowack) ist begeistert, und Frau Edelmann erkennt, dass Patsys Mann Xaver Eisenhut derjenige ist, der sie vor Jahrzehnten um ihr Erspartes gebracht hat.

W?hrend Eifersucht und m?rderische Gedanken in der Damenriege die Runde machen, verliebt sich Herr Klingeisen in Patsy und bittet Dr. Pfefferkorn um Hilfe bei einem Problem „potenzi?ser Art“. Kurze Zeit sp?ter wird Patsy tot aufgefunden. Kommissar Steinwurz (Klaus Finke) bekommt Arbeit.

Anderthalb Stunden Theaterspa? erlebt das Publikum, das mit Beifall und Szenenapplaus nicht sparte. „Dabei k?nnte jeder der Akteure den M?rder darstellen und wird das Publikum fordern. Das Ende ?berrascht“, hatte Klaus Funke schon vor Spielbeginn und Dienstantritt als Kommissar Steinwurz verraten. Ralf Vogel bediente die Technik.

Bereits zum dritten Mal f?hrte die Truppe Ratzeputz das St?ck in dieser Inszenierung auf, das die Akteure in verschiedenen Szenen weiterentwickelt haben, wie Funke erz?hlt: „Verschiedene Dinge ergeben sich schon im Rollenstudium. Das St?ck, das wir dann in eigener Regie und vor dem selbst entwickelten B?hnenbild spielen, ist wirklich mit Liebe gemacht.“

Gelungen ist die mobile Kulisse, die das Haus der Generationen zu einem sch?nen B?hnenort machte. „Mit ?ber 100 Zuschauern haben wir einen richtig guten Besuch“, freute sich Anke Sczesny vom Haus der Generationen.

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